Übergewicht

Zunächst einmal die gute Nachricht!

Bereits 2007 stellten das amerikanische National Cancer Institute (NCI) und die Centers for Desease Control (CDC) fest, dass leichtes Übergewicht die Sterblichkeitsrate senke. Dazu wurden die Gesundheitsdaten von zwei Millionen US-Bürgern ausgewertet.

Die Sterblichkeit war bei Untergewicht und Fettleibigkeit erhöht. Unter Übergewichtigen gab es hingegen deutlich weniger Todesfälle als unter Normalgewichtigen. Zu den zahlreichen Krankheiten, die bei Pummeligen seltener auftraten, gehören Parkinson, Lungenkrebs und Alzheimer.

Herz- und Kreislaufprobleme waren allerdings ausgenommen. Doch selbst diese Ausnahme ist umstritten. Denn eine große Studie amerikanischer Herz- und Kreislaufspezialisten und Internisten, die 2006 in einer der anerkanntesten medizinischen Fachzeitschriften "Lancet" veröffentlicht wurde, räumt noch radikaler mit dem Mythos vom ungesunden Übergewicht auf.

Die Experten hatten darin insgesamt 40 Forschungsarbeiten ausgewertet, die Daten von über 250.000 Patienten enthielten. Fazit: Übergewichtige sind nicht nur insgesamt gesünder, sonder sterben sogar seltener an Herz- und Kreislaufkrankheiten. Für die zweiten Lebenshälfte gilt: Körperfett erhöht die Lebenserwartung. Die Ursache dafür ist vermutlich, dass die Dicken im Krankheitsfall etwas zuzusetzen haben.

Riskant dagegen
ist Übergewicht / Fettleibigkeit!

Grundlage aller Statistiken ist der BMI (Body-Mass-Index). Der BMI wird errechnet, indem man das Gewicht eines Menschen durch seine Größe hoch zwei teilt. Ein BMI unter 19 bedeutet Untergewicht, der Normalbereich liegt zwischen 19 und 25, oberhalb dessen beginnt das Übergewicht, ab einem BMI von 30 spricht man von Fettleibigkeit (Adipositas).

Die negativen gesundheitlichen Folgen des Übergewichts sind äußerst vielfältig und betreffen nahezu jedes Organ. Jedes Kilo zuviel müssen Sie mit sich herumtragen und mit Nährstoffen versorgen. Das belastet natürlich den gesamten Organismus. Die häufigsten Komplikationen sind im Folgenden zusammengefasst.

Herz-Kreislaufsystem

Bei Übergewichtigen muss das Herz ständig Mehrarbeit leisten, um das Fettgewebe ausreichend mit Blut zu versorgen. Außerdem wird im Körper vermehrt Wasser und Natrium zurückgehalten, was die Entstehung von Bluthochdruck begünstigt. Auch dies belastet das Herz. Die Folge sind Angina pectoris, Herzinfarkt und chronische Herzschwäche (-insuffizienz).

Lunge

Auch die Lunge muss, um den erhöhten Sauerstoffbedarf decken zu können, vermehrt arbeiten. Oft reicht aber die Lungenkapazität nicht aus, so dass sich ein chronischer Sauerstoffmangel entwickelt. Verstärkt wird dies noch durch Störungen der Atmung während des Schlafes (Schlaf-Apnoe-Syndrom). Die Betroffenen klagen über Schläfrigkeit während des Tages, lautes Schnarchen und ruhelosen Schlaf. Diese Beschwerden bilden sich nach Gewichtsreduktion meistens vollständig zurück.

Diabetes mellitus

Übergewicht ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung des Diabetes mellitus Typ 2.

Andere Stoffwechselstörungen

Besonders häufig sind Fettstoffwechselstörungen, die mit einer Erhöhung des für das Herz-Kreislaufsystem gefährlichen LDL-Cholesterins und der Triglyceride einhergehen. Außerdem drohen Leberverfettung, Gicht und Gallensteine.

Gelenke

Das Übergewicht führt zu einer Überlastung der Gelenke besonders im unteren Wirbelsäulenbereich, in den Hüftgelenken sowie Knie- und Sprunggelenken. Dies beschleunigt den Verschleiß und führt zu chronischen Schmerzen, denen oft nur noch durch dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln oder einer Operation beizukommen ist.

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